Südafrika – März 2020

Vorwort

Reisebericht Südafrika 07.03.2020 bis 21.03.2020

Die letzte Reise für ungewisse Zeit.

2.100 km von Westen nach Süden, von Südwesten, etwas in den Norden nach Osten, und wieder zurück nach Kapstadt.

Unser Weg von Kapstadt zum Tafelberg, von Kapstadt über Boulders Beach zum Cape Point (Kap der guten Hoffnung), von Kapstadt über Betty´s Bay nach Arniston, von Arniston zum Cape L´Agulhas, von Arniston über die Garden Route nach Brenton on Sea bei Knysna, von Arniston nach Oudtshoorn in die Halbwüste  „kleine Karoo“, von Oudtshoorn nach Stellenbosch, von Stellenbosch nach Kapstadt.

Tag 1: Samstag, 7.3.2020

Flug von Wien nach Kapstadt mit der AUA (OS0031). Ein sehr angenehmer Flug, der, obwohl er so lang gedauert hat, recht schnell vergangen ist.

Luftlinie: 9.137,92 km

Ankunft in Kaptstadt um 22:40. Da mussten wir erst einmal zum Temperaturcheck. Covid-19 hatte da in China schon viele Tote zu verzeichnen. Für uns gab es aber zu diesem Zeitpunkt noch keine Reisewarnung.

Das Ganze dauerte etwa eine Stunde, mit Warten in der Schlange, Passkontrolle, Einreise, usw. Und ein großes Missgeschick, das Raphaela 40 Euro gekostet hat, weil sie vergessen hatte, ihre Simkarte zu sperren, kam noch dazu. Aber egal, wir freuten uns, dass es endlich losging.

Unser Uber-Fahrer musste also warten, was er auch gemacht hat. Die Fahrt zu unserer ersten Unterkunft der South Head Lodge in Kapstadt dauerte ca. 20 Minuten. Ankunft in der ersten Unterkunft 0:50. Der Nachtprotier gab uns die Schlüssel und brachte unsere Koffer zum Zimmer.

Kapstadt (englisch Cape Town, afrikaans Kaapstad, isiXhosa iKapa) ist eine der größten Städte Südafrikas. Seit 2004 bildet sie den ausschließlichen Sitz des südafrikanischen Parlaments. Kapstadt ist die Hauptstadt der Provinz Westkap und ist der Kernort der City of Cape Town Metropolitan Municipality, die Metropolgemeinde um Kapstadt. Als von der Statistik erfasster Ort (Main Place) hatte Kapstadt im Jahr 2011 433.688 Einwohner.

Ein paar Basisdaten über Kapstadt:

Seinen Namen erhielt Kapstadt nach dem Kap der Guten Hoffnung (vorher Kap der Stürme), das etwa 45 Kilometer südlicher liegt und eine Hauptgefahr auf dem Seeweg nach Indien darstellte.

Da Kapstadt die erste Stadtgründung der südafrikanischen Kolonialzeit war, wird es gelegentlich als „Mutterstadt“ (afrikaans: Moederstad, englisch: Mother City) bezeichnet.

Kapstadt liegt im Südwesten der Republik Südafrika unmittelbar an der Tafelbucht des Atlantischen Ozeans.

Berühmt ist Kapstadt unter anderem durch sein Wahrzeichen, den Tafelberg. Seine markante, plateauförmige Oberfläche dominiert zusammen mit Signal Hill, Lion’s Head und Devil’s Peak die Skyline der Stadt.

Tag 2: Sonntag, 8.3.2020

Wir durften ein wunderbares Frühstück genießen und wurden von der Mitarbeiterin, Jasmin, sehr freundlich empfangen.

Während wir frühstücken, kam Frauke unsere private Reiseleiterin, in die Head South Logde in Seapoint. Wir wurden freudig empfangen und hatten sofort (Marcel ja schon vorher) einen Draht zueinander gefunden.

Heute führte das bekannte Radrennen, die cape town cycle tour, durch Kapstadt. Es ist eines der größten Radrennen der Welt mit mehr als 35.000 Teilnehmern. Ein Teil des 9 tägigen Rennens verläuft eben durch Kapstadt.

Streckendaten für Kapstadt:

Strecke: 109,00 km
Höhenmeter, die zu bewältigen sind: 1220

Dadurch war auch die Küstenstraße teilweise gesperrt. Die Teilnehmer, die durchs Ziel am Oranjezicht-Markt gefahren sind, wurden über Lautsprecher mit Namen und Zeit ausgerufen. Eine schöne Idee.

Den Markt haben wir natürlich auch erkundet.

Viele interessante und bekannte Gerüche kamen uns entgegen. Es waren nur wenige Besucher da und so konnten wir in Ruhe über den Markt schlendern. Unsere Ausbeute für heute: Seife in den Duftrichtungen wild honeybush & rose geranium (wilder Honigbusch & Rosengeranie), aloe ferox & tea tree (aloe vera und Teebaum), carrot & patchouli (Karotte und Patschuli)  und french red clay & neroli (roter Toneisenstein und Orangenblütenöl).

Der Markt findet jeden Samstag, Sonntag und Mittwoch an der historischen Granger Bay statt. Diese liegt an der Victoria und Alfred Waterfornt (V&A Waterfront). Hier verkaufen lokale Farmer ihre Produkte. Unter anderem können Besucher hier Früchte, Brot, Müsli, Eier, aber auch biologisch hergestellte Seifen, Honig, … kaufen. Wer etwas essen oder trinken möchte, kommt hier auch nicht zu kurz. Wer sich hier mit Pflanzen, Setzlingen und anderen Gartenprodukten eindecken will, kann das tun. Frischer geht es in der Stadt ja gar nicht.

Gleich beim Markt steht eines der Fußballstadien der WM 2010 – das Greenpoint-Stadion. Hier durfte natürlich ein Foto nicht fehlen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kapstadt-Stadion

Das Kapstadt-Stadion (englisch Cape Town Stadium,  afrikaans Kaapstad-Stadion, Xhosa Inkundla yezemidlalo yaseKapa) ist ein Fußballstadion in der südafrikanischen Stadt Kapstadt und wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 erbaut.

Es ersetzte das ehemalige Green-Point-Stadium, trug jedoch in der Zeit der Fußballweltmeisterschaft die Namen Green Point Stadium und Cape Town Stadium. Die Anlage liegt nur wenige hundert Meter von der Tafelbucht und dem Atlantischen Ozean entfernt. Momentan nutzen die Fußballclubs Ajax Cape Town (seit 2010) und der Cape Town City FC (seit 2016) das Stadion für ihre Heimspiele.

Daten:

  • Ort: Fritz Sonnenberg Road, 8051 Kapstadt, Südafrika
  • Eigentümer: Stadt Kapstadt
  • Baubeginn: 26.03.2007
  • Eröffnung: 14.12.2009
  • Erstes Spiel: 23. Januar 2010 – Ajax Cape Town – FC Santos
  • Kosten: 4,4 Mrd. Rand
  • Oberfläche: Naturrasen
  • Kapazität: 55.500 Plätze – Kapazität international: 68.000 Plätze

Anschließend sind wir zum Tafelberg gefahren. Da oben war es heute sehr windig und dadurch auch kalt – trotz angeblicher 17 Grad. Die Aussicht hat vor allem Raphaela  genossen. Gesehen hat sie außer Wolken und ab und zu einen Blick auf die Bucht und Robben-Island nicht viel. Ein Spaziergang rundherum ging sich aber trotzdem aus.

Der Wind war so stark, dass die Seilbahngondeln mit Wasser gefüllt werden mussten, um nicht zu sehr ins Schwanken zu geraten. Der Seilbahnboden dreht sich während der Fahrt hinauf und der Fahrt hinunter, gegen den Uhrzeigersinn. So können die Fahrgäste einen 360° Blick auf die Umgebung erleben. Unter uns Wald, links und rechts Atlantik. Oben der abgeflachte, einer Tischoberfläche ähnelnde Berg und unten die Talstation.

Diese Fahrt war eine der letzten auf den Berg für unbestimmte Zeit. Die Tage danach war es zu windig, obwohl die Sicht am Ende immer besser wurde. Am Ende unserer Reise war die Attraktion dann aufgrund des Corona-Virus gesperrt.

Der Blick auf die Gefängnis-Insel Robben Island, die ursprünglich eine Leprastation beherbergte, bevor sie zur Gefangeneninsel wurde, hat zum Nachdenken angeregt. Ihr werdet noch lesen, warum. Denn wir haben die Insel besucht. In diesem Gefängnis verbrachte auch Nelson Mandela einen Teil seiner Haft.

Während wir auf die Talfahrt mit der Gondel gewartet haben, haben wir uns bei einer Tasse heißer Schokolade aufgewärmt. Der Wind pfiff um und durch die Bergstation (durch den Liftschacht). Die letzte Talfahrt für heute war eine Frage der Zeit.

Wer sich jetzt noch auf den Wanderwegen hier oben aufhielt wurde mittels einer Sirene zum Rückweg aufgefordert. Diese Aufforderung sollte man dann auch befolgen. Sonst muss man zu Fuß hinunter laufen.

Weg vom kalten Berg ins Warme.

Unser nächster Stopp führte uns in den botanischen Garten. Dort gibt es einen Braille-Trail. Ein kleiner Rundweg an einem Führseil, welches durch dicke Holzkugeln  unterbrochen wird, die zu „Schautafeln“ führen. Die Erklärungen sind in Druckschrift auf der einen – und in Brailleschrift auf der hinteren Seite angebracht. Die Tafeln bestehen aus Blechplatten, in die die jeweilige Schrift gestanzt wurde.

Im Garten gibt es einen Baumwipfelpfad – die Baumschlange. Über wackelnde Brücken den Wald von oben sehen und riechen machte gute Laune. Der Garten ist in verschiedene Bereiche unterteilt und die momentan noch vorhandenen Blüten boten Farbkleckse in der sonst schon herbstlich anmutenden, trockenen Umgebung.

Im Garten gibt es zudem auch noch ein Denkmal von Nelson Mandela.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nelson_Mandela

Nelson Rolihlahla Mandela [nelsɒn xoˈliɬaɬa manˈdeːla] (* 18. Juli 1918 in Mvezo, Transkei; † 5. Dezember 2013 in Johannesburg), in Südafrika häufig mit dem traditionellen Clannamen Madiba bezeichnet, oft auch Tata genannt (isiXhosa für Vater), Initiationsname Dalibunga, war ein führender südafrikanischer Aktivist und Politiker im Jahrzehnte andauernden Widerstand gegen die Apartheid sowie von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident seines Landes.

Ab 1944 hatte er sich im African National Congress (ANC) engagiert. Aufgrund seiner Aktivitäten gegen die Apartheidpolitik in seiner Heimat musste Mandela von 1963 bis 1990 insgesamt 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen.

Mandela gilt als herausragender Vertreter im Freiheitskampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit. Mandela war der wichtigste Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einem gleichheitsorientierten, demokratischen Staatswesen in Südafrika. 1993 erhielt er deshalb den Friedensnobelpreis. Bereits zu Lebzeiten wurde er für viele Menschen weltweit zum politischen und moralischen Vorbild.

Lecker Schlemmen im guten Restaurant BELUGA an der Waterfront. Draußen sitzen ging gut. Geschmeckt hat es auch. J

Der Wind pfiff um unsere Logde und sang ein Lied. Mit Getränken aus der honesty-bar haben wir den Tag ausklingen lassen, einfach wunderbar.

Für alle die es nicht kennen: Aus der honesty bar (Bar des Vertrauens) nimmt man sich das was man möchte heraus. Anschließend trägt man das Entnommene in eine Liste ein, mit Zimmernummer und Name. Abgerechnet wird beim Auschecken.

Tag 3: Montag, 9.3.2020

Auf dem Weg zum Kap der guten Hoffnung (Kap der vielen Stürme).

Start beim Hotel (in Sea Point):

Die Strecke führte uns entlang der Panorama Straße, die gestern noch teilweise gesperrt war, erst südlich über Llandoudno, dann weiter in diese Richtung nach Hout Bay.

Dort besuchten wir eine Einrichtung, die es den Frauen aus den Townships ermöglicht, sich mit der Verarbeitung von benutzten Teebeuteln ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder zu verbessern. Vom Teebeutel selbst, über den Inhalt bis hin zu den kleinen Papierzetteln, die am Ende des Teebeutelfadens angebraucht sind, wird alles verwendet. Es muss natürlich alles trocken sein. Die Beutel werden bemalt und auf Taschen genäht oder sie werden zusammen mit dem Beutelinhalt als Füllung für Taschenriemen, die aus Plastikröhren bestehen, verwendet. Bilderrahmen werden so gestaltet, Büchereinbände damit beklebt, Beutel für Weinflaschen verschönert,…

Teilweise arbeiten die Frauen auch von zuhause. Sie haben gelernt, mit Nähmaschinen umzugehen und haben somit auch zuhause einen etwas besser geregelten Tagesablauf.

Unsere Reiseleiterin Frauke sammelt ihre Teebeutel, wenn sie nicht aus Versehen von der Reinigungsfrau irgendwann entsorgt werden, und bringt sie bei jeder Tour, die sie nach Hout Bay macht vorbei.

Info: https://tbagdesigns.co.za/

Ein paar Slogans aus der Tea Bag Company:

  • „Where there´s Tea, there´s hope!“
  • „Behind every cup of tea, there is a story!“
  • „A woman is like a tea bag. You nerver know how strong she is until you put her in hot water.“ – Eleanor Roosevelt

Unser nächster Halt für heute war Simon´s town. Dort gibt es einen „Treffpunkt“ für Pinguine – the boulders.

Pinguin-Kolonie The boulders

https://www.kapstadt.de/reisefuehrer/false-bay-kueste/simons-town/boulders-pinguin-kolonie

Dieser Küstenstreifen südlich von Simon’s Town erhielt seinen Namen aufgrund der großen, abgerundeten Granitfelsen, die der Verwitterung des Meeres besser standgehalten haben als die ehemals überlagernden Sandsteinformationen des Tafelbergmassivs.

Dieses kleine Naturareal weist heute aber eine ganz andere Attraktion auf, für die mittlerweile Hunderttausende von Besuchern jedes Jahr an den kleinen Strand fahren und sich entlang der hölzernen Boardwalks drängen: Die Pinguin-Kolonie. 1983 fand man unter den windgeschützten Büschen oberhalb des Strandes ein einsames Pinguin-Pärchen.

Mittlerweile haben diese beiden sich vermehrt und andere Familien angezogen, so dass sich jetzt über 2.500 Afrikanische Pinguine (auch als „Jackass Pinguine“ bezeichnet) an dem kleinen Strandabschnitt tummeln. Die Pinguine lieben den Platz, da die begrenzten Fangquoten in der False Bay sowie die Büsche ihnen einen angenehmen Lebensraum bieten.

Der Wind war bis jetzt ein guter Reisebegleiter, mal stärker, mal schwächer peitschte er das Meer auf und blies uns den Sand um die Ohren. Beim Essen unserer Sandwiches mussten wir aufpassen, dass wir nicht zu viel Sand in den Mund bekamen.

Dann ging es zum Kap der guten Hoffnung auf der M3. Aber erst einmal hieß es im Stau stehen und warten.

Das Kap der guten Hoffnung

Quelle: https://www.kapstadt.de/reisefuehrer/atlantikkueste/kap-der-guten-hoffnung

Seit Bartolomeu Diaz 1488 auf der Suche nach einem Seeweg nach Asien das Kap als erster Europäer entdeckt hat, spinnen sich Wahrheiten, Geschichten, Tragödien und Sagen um diesen geographisch sowie kartographisch auffälligen Punkt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kap_der_Guten_Hoffnung

Geschichtliches:

Bartolomeo Diaz nannte die über 20 Kilometer ins Meer vorragende Felsenzunge Cabo das Tormentas (Kap der Stürme). Der portugiesische König Johann II. soll ihm angeblich den neuen Namen gegeben haben, da er zu Recht hoffte, dass nun der Seeweg nach Indien entdeckt sei.

Nach Untersuchungen der wenigen noch vorhandenen Dokumente sind sich Historiker heute nicht einig darüber, ob nicht schon Diaz die Bezeichnung Cabo da Boa Esperança (Kap der Guten Hoffnung) verwendete. Ein weiterer Grund für die Benennung kann in dem starken Wechsel der Küstenrichtung liegen, welche die – letztendlich richtige – Vermutung aufkommen ließ, dass das südliche Ende des Kontinents nicht mehr fern sei. Darüber hinaus treffen hier der kalte Benguelastrom und der warme Agulhasstrom zusammen.

Die im Atlantik südwärts segelnden Seefahrer konnten also eine steigende Wassertemperatur erkennen. Dies zeigte ihnen auf, dass dieses Wasser aus wärmeren Regionen stammte und die Südspitze Afrikas nicht mehr weit entfernt sein dürfte. Eine eindeutige Klärung, woher der Name stammt, ist aber nicht möglich.

Auf Deutsch wurde das Kap bis Ende des 19. Jahrhunderts vor allem als „Vorgebirge der guten Hoffnung“ bezeichnet, zwischen 1870 und 1880 wurde „Kap der guten Hoffnung“ die meistverwendete Bezeichnung. Zwischen 1910 und 1920 gewann die Großschreibung der „Guten Hoffnung“ die Oberhand.

Der Atlantische und der indische Ozean treffen trotzdem erst am Kap Agulhas aufeinander. Das durften wir auf unserer Reise auch noch genauer erfahren, hören und auch ertasten.

Schriftzug auf der Tafel. CAPE OF GOOD HOPE – THE MOST SOUTH-WESTERN POINT OF THE AFRICAN CONTINENT.

Tafel in der Mitte: oben 34´ 21‘ 25“ South, darunter18‘ 28‘ 26“ East

Die Wellen klatschen an die Felsen und der starke Wind war auch hier deutlich zu spüren.

Besichtigung des Leuchtturmes: Wir mussten dafür noch ein Stück mit dem Auto fahren, dann ging es zu Fuß weiter. Wir hätten auch die Seilbahn (Flying Dutchman) nehmen können, wollten das aber nicht.

Der Weg zum Leuchtturm führte abwechselnd über Steinstufen mit unterschiedlicher Höhe und dann ging es wieder die Straße entlang. Es waren hier einige Leute unterwegs, was uns aber nicht gestört hat. Der Leuchtturm wurde im Jahre 1859 am höchsten Punkt des Kliffs in 238m über dem Meer errichtet.

Er war jedoch zu hoch und zu weit von der Küste entfernt und konnte somit von den Schiffen nicht rechtzeitig gesehen werden. Das Licht verlor sich im Nebel, der sich oft in dieser Höhe bildete.

Im Jahr 1911 führte dies dadurch auch zum Untergang eines Schiffes namens Lusitania mit über 700 Menschen an Bord. Der Lichtkegel war mit 900 Betriebsstunden im Jahr relativ selten sichtbar.

Der neue Leuchtturm wurde deshalb auf nur 87m über dem Meer näher am Wasser gebaut – am sogenannten Diaz Point.

Vom alten Leuchtturm führt ein Wanderweg an den steil abfallenden Kliffwänden entlang in die Nähe des neuen. Am Ende des Weges befindet sich eine Aussichtsplattform mit Blick auf diesen Leuchtturm.

Das war der letzte Punkt auf unserer Liste für heute und wir fuhren zurück über die Autobahn M3 zu unserem Hotel.

Fazit: tolle Aussichten genossen, viel Sand und Wind mitgenommen

Es war schon ein besonderes Erlebnis an diesem Punkt zu stehen. Vom Kap der guten Hoffnung hört man ja sonst nur aus dem Fernsehen, Hörbüchern oder man liest davon. Das mit dem Kap der vielen Stürme, wie es davor hieß, stimmt. Zumindest für heute hatten wir genug davon.

Tag 4: Dienstag, 10.3.2020

Tagesstrecke ca. 150km

Fahrt mit dem Katamaran zur Gefangeneninsel Robben Island, wo auch Nelson Mandela inhaftiert war.

Robben Island ist eine Insel in der Tafelbucht im Atlantik etwa zwölf Kilometer vor der südafrikanischen Küstenstadt Kapstadt und 6,9 km vom nächstgelegenen Festlandabschnitt bei Bloubergstrand entfernt.

Die Fahrt mit dem Katamaran von der Waterfront weg dauerte ca. 45 Minuten. Auf der Insel warteten schon Busse, mit denen die Insel abgefahren wurde.

Unser Bus mit der Nummer 9 wurde von „Rafikki“ (falls man den Namen so schreibt), begleitet. Er erzählte uns bei jedem Zwischenhalt etwas über die Gebäude und deren früherer Nutzung. Außerdem auch etwas zur Geschichte der Insel.

Die Insel ist in die Blöcke A bis F, wenn ich mich richtig erinnere, unterteilt. Jeder musste in seinem Block bleiben. In einer Zelle haben etwa 30 Männer ihre spärliche Freizeit und die Nacht verbracht.

Ein ehemaliger Häftling erzählte uns vieles über die Gegebenheiten und wie das Leben hier auf der Insel und vor allem hinter den Gefängnismauern war. Er erzählte uns, wie er seine Tage hier verbrachte.

Die Inhaftierten wurden je nach Grad ihres politischen Vergehens eingeteilt. Mitunter gelang es ihnen, Briefe und Nachrichten von außen, in die anderen Zellen zu schmuggeln. Manchmal sogar im Essen, welches auch sehr spärlich und immer wieder dasselbe war.

Und wie schon gesagt, hat auch Nelson Mandela einen Teil seiner Gefangenschaft hier verbracht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Robben_Island

Apartheid-Gefängnis und „Mandela University

Mit dem Erstarken der Anti-Apartheid-Bewegung wurde Robben Island zum berüchtigtsten Gefängnis Südafrikas für politische Häftlinge. Bei harter Arbeit im Steinbruch waren sie oft nur unzureichend gekleidet und mussten anfangs auf dünnen Strohmatten auf dem kalten Steinfußboden schlafen.

Zu den Gefangenen gehörten sieben der acht Verurteilten des Rivonia-Prozesses, darunter Nelson Mandela, Walter Sisulu und Ahmed Kathrada, sowie der Vorsitzende des Pan Africanist Congress, Robert Sobukwe, der sechs Jahre im heutigen Robert Sobukwe House in Einzelhaft gehalten wurde. Ab 1969 bestand im Gefängnis die Makana Football Association als eigenständiger, von den Insassen organisierter Fußballverband.

Im Jahr 1971 schafften es die Gefangenen nach Streiks und Protesten, humanere Bedingungen durchzusetzen, und durften in der Haft studieren. Den Hauptanteil daran hatte Nelson Mandela, der ANC-Rebellenführer und spätere Friedens-Politiker, der 18 Jahre lang auf Robben Island in Haft war. Er nutzte seine Freizeit für die eigene Fortbildung und rief auch seine Mitgefangenen dazu auf, die den Ort in den 1970er Jahren auch Mandela University nannten. Der erste Teil von Mandelas Memoiren Der lange Weg zur Freiheit entstand hier. Ahmed Kathrada erwarb im Fernstudium vier Bachelor-Grade; Master-Studiengänge wurden ihm verweigert.

Er veröffentlichte später seine Tagebuchnotizen und Briefwechsel aus dieser Zeit, die er heimlich aufbewahrt hatte.

Im Jahre 1994 nahm Mandela als erster schwarzer Präsident Südafrikas elf seiner ehemaligen Mithäftlinge von Robben Island in seine Regierung auf. Kathrada leitete bis 2006 das Robben Island Committee, das die Insel als Museum verwaltet.

Das waren sehr bewegende Momente und die Geschichten haben uns nachdenklich gemacht.

Mit einem Ausblick auf den Tafelberg ging es dann auf den Rückweg nach Kapstadt.

Die Tour dauerte mit Bootsfahrt hin und zurück ca. 4h.

Im Anschluss an diesen denkwürden Aufenthalt war Bummeln an der Waterfront mit dem einen oder anderen Schnäppchen, für hoffentlich zukünftige Reisen, wie etwa Shirts, die man nur auswaschen muss und die schnell trocken werden, angesagt.

Bei einem gemütlichen Gläschen heißer Schokolade haben wir den Nachmittag ausklingen lassen.

Geplante und angekündigte Stromausfälle haben uns in diesen Tagen auch begleitet. Wir wussten von Frauke wann der Strom, zwecks Energiesparens, in welchen Stadteilen abgestellt wurde. Manchmal sogar zwei Mal am Tag, nachmittags und abends. Da ging in vielen Läden ohne Notstromaggregat nichts mehr.

Marcel: Diese Stromausfälle kannte ich aus meinen früheren Südafrikareisen nicht.

Fazit von Raphaela: Auch mit diversen Stromausfällen, von denen ich nicht viel mitbekommen habe, habe ich jeden Augenblick genossen. Der kalte Wind am Tafelberg machte uns zu schaffen. Aber wir hatten Glück, denn die Tage danach war die Auffahrt auf diesen geschlossen. Und nun komplett gesperrt, wegen Covid-19.

Tag 5: Mittwoch, 11.3.2020

Tagesstrecke ca. 280km

Fahrt mit dem Auto nach Bettys Bay, wo wir erneut auf eine Pinguin-Kolonie gestoßen sind.

Der Geruch sagte hier alles. Es hat extrem nach Urin und Kot gerochen. Ist nicht besonders appetitlich, aber wir wollten es gesagt haben.

Wir hätten gerne Tonaufnahmen mitgebracht, nur leider waren unsere Freunde sehr schweigsam. Mag wohl doch nicht das passende Wetter gewesen sein.

Auf dem Weg in unsere nächste Unterkunft in Arniston haben wir noch Zwischenstopps bei einer Käserei und Bäckerei eingelegt. Denn wir brauchten ja etwas fürs Frühstück in der Selbstversorger-Unterkunft. Aufgrund dessen, das wir heute so lange unterwegs gewesen waren, haben wir in einem Restaurant, das wir nach kurzer Autofahrt erreichten zu Abend gegessen.

Auch ein Stromausfall war wieder geplant. Heute zwischen 22 Uhr bis um 2 Uhr Früh.

Tag 6: Donnerstag, 12.3.2020

Tagesstrecke ca. 150km

Raphaela: Ich glaube, ich habe schon lange keine „richtige Dunkelheit“ mehr erlebt. Es war stockdunkel heute Nacht.

Nach einem leckeren Frühstück, das wir uns gestern beim Super-Spar, den es hier überall gibt, gekauft haben, haben wir uns auf den Weg zur Gezeitenhöhle gemacht. Über Fels und Stein und Sanddünen gelangten wir in die Höhle, mit Durchgang.

Bei Ebbe, die heute um ca. 10:30 Uhr zu erwarten war, konnten wir diese auch besichtigen, ertasten und erkunden.

Und wieder einmal haben wir ein Abenteuer gemeinsam gemeistert.

Es war rutschig und man musste sich einen guten und sicheren Stand suchen, um nicht auszurutschen.

Durch ein kleines „Fenster“ gelangten wir von einer Höhle in die große Gezeitenhöhle.

Es war feucht, die Felsen noch nass und in den Pfützen, die sich zwischen den Steinen gebildet hatten, konnte man auch Findlinge entdecken. Heute z.B. eine Koralle.

Kurze Rast im Gästehaus und dann Fahrt zum Cape Agalhus, dem südlichsten Punkt von Südafrika. Dort treffen sich der Atlantische und der Indische Ozean. Beeindruckend, dass ein und dieselbe Welle durch zwei Meere fließt.

Karte Hermanus und Arniston mit Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas.

Quelle: wikipedia

Das Kap Agulhas (portugiesisch Cabo das Agulhas für ‚Nadelkap‘; afrikaans Kaap Agulhas; englisch Cape Agulhas) ist der südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents, nicht, wie oft angenommen, das Kap der Guten Hoffnung. Der 20. Meridian, auf dem Kap Agulhas in etwa liegt (genau verläuft er ca. 150 m östlich), stellt die geografische Grenze zwischen Atlantischem und Indischem Ozean dar.

Hier liegt wirklich der südlichste Punkt Afrikas.

An diesem Punkt gibt es auch eine riesige Afrikakarte, die man umgehen und auch ertasten kann. Diese ist am Boden befestigt. Die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Osten und Westen werden durch schmale Platten, wie Pfeile, angezeigt. Auch diese sind in den Boden eingelassen.

Der Wegweiser Richtung Süden zeigt genau auf einen Stein, auf dem sich eine Platte befindet, die den Punkt anzeigt, wo sich die beiden Meere treffen.

Man kann also mit dem einen Fuß auf/ im Atlantik und mit dem anderen auf/ im indischen Ozean stehen. Leider war das Wetter nicht besonders gut, der Wind hatte ordentlich Kraft, und somit konnte Raphaela auch die unterschiedlichen Farben der beiden Weltmeere nicht wirklich erkennen.

Der direkte Zugang zum Meer war ebenfalls so nicht möglich. Aber sehr beeindruckend das so erleben zu dürfen, auch für Marcel, der ja auch noch nicht hier war.

Raphaela hat sich dann ein bisschen abgesondert und konnte auch alleine die ganzen Eindrücke für sich mitnehmen und viele Fotos machen. Inzwischen zeigte Frauke Marcel auf der großen Karte die wichtigsten Flussläufe, Gebirge und Landesgrenzen Afrikas.

Der anschließende kurze Spazierweg zum Leuchtturm war über Holzstege kein Problem. In den Leuchtturm hinein bzw. hinauf sind wir nicht, da die Sicht sehr schlecht war und Raphaela sicher nicht viel gesehen hätte.

Im unteren Teil des Leuchtturms befindet sich eine kleine Ausstellung, die zeigt, was alles aus den Meeren, gerade hier, gefischt wurde – Teile von Fischernetzen, Angelschnüre, Plastikflaschen, Flaschenverschlüsse,…

Auf der Rückfahrt haben wir noch bei einer kleinen Porzellan- und Kerzenmanufaktur gehalten, dort aber nichts gekauft.

Dann haben wir für unser heutiges Abendessen, wir grillten, Fleisch und ein bisschen Gemüse geholt.

Das Wetter war weiterhin windig und bewölkt, fast etwas ungemütlich, abgesehen von einigen hellen Sonnenabschnitten während der Autofahrt

Tag 7: Freitag, 13.3.2020

Tagesstrecke ca. 360km

Fahrt von Arniston nach Brenton on the Sea am indischen Ozean. Zwischenstopp bei einer Aloe-Farm und dem Botlierskop – Park, wo Raphaela heute alleine eine Safari bzw. Nationalpark-Tour mit unserem Guide Silas gemacht hat. Sie hat viele Tiere gesehen und auch viel über sie erfahren. Es gibt hier Löwen, Nashörner, Springböcke, Wasserböcke, Erdmännchen, Elefanten, Giraffen, Antilopen, wobei auch der Springbock zu den Antilopen zählt, Zebras, den Paradieskranich (das ist der Nationalvogel von Südafrika), …

Von den Löwen auf den Felsen ging für uns keine Gefahr aus. Wir konnten sogar ganz nahe heran fahren, das war schon ein leicht mulmiges Gefühl – aussteigen war natürlich verboten. Das zweite Weibchen kam nach einer Weile auch auf den Felsen zu, hielt sich aber eher versteckt.

Wir waren vielleicht 16 Personen (oder weniger) im Fahrzeug und alle verhielten sich ruhig und diszipliniert. Alle haben zugehört, was uns Silas über die verschiedenen Tiere erzählte. Es war eine lustige Fahrt.

Über Funk waren die Ranger miteinander in Kontakt, wo gerade Tiere gesichtet wurden. Ein geschultes Auge ist da sehr hilfreich, um z.B. Nilpferde in weiter Ferne zu erblicken.

Alle schauten auf das Tier, das gerade am Auto war, in unserem Fall ein Zebra.

Zebras sind bei der Geburt blind, erst nach und nach können sie sehen. Alle Zebras haben ein anderes Streifenmuster. Die Mutter bringt ihr Junges abseits der Herde zu Welt. Eng angekuschelt an die Bauchunterseite der Mutter öffnet es irgendwann die Augen und sieht als erstes das Streifenmuster seiner Mutter. An diesem erkennt es sie immer wieder. Zebras können übrigens schwimmen, dass dient vor allem bei der Überquerung von Flüssen, wenn sie fliehen müssen.

Alle waren ganz begeistert von der Zebra-Familie und haben die Nashörner auf dem weiter entfernt liegenden Hügel nicht wahrgenommen. Erst als unser Guide uns darauf aufmerksam gemacht hat.

Den Nashörnern werden hier ein Teil der Hörner abgenommen, damit Wilderer sie nicht töten und sie ihnen komplett entfernen. Die Hörner bestehen aus Keratin, genauso wie unsere Fingernägel. Diese Hörner sind leider in der traditionellen Medizin sehr gefragt, da sie potenzsteigernd sein sollen. Hier im Park wachsen die Hörner aber wieder nach, ohne das Tier töten zu müssen. In diesem Reservat gibt es Breitmaul- und Spitzmaulnashörner.

Und wer kennt sie nicht, die Elefanten, die es auch in diesem Park gibt.

Eine traurige aber zugleich schöne Geschichte gibt es über eine kleine Elefantenfamilie. Die Mutter des kleinen Elefantenmädchens musste eingeschläfert werden, weil sie sehr krank war, und das sehr bald nach der Geburt. Die beiden Elefantenbullen, ihre Onkel, haben das Amt der Pflegschaft übernommen und ziehen sie jetzt groß. Sie zeigen ihr, wie man Blätter von Bäumen reißt, wo es Wasser gibt und all das, was ein Elefant eben lernen muss.

Auch die kleineren Tiere haben hier Platz. Wie z.B. die Erdmännchen, aus der Familie der Mangusten. Sie leben in Familienverbänden und sind sehr neugierig. Ihr zuhause ist unter der Erde, wo sie sich auch tagsüber aufhalten, wenn es zu heiß ist. Neugierig schauten sie heute aus ihrem Bau heraus.

Sie haben sich an die Motorengeräusche und Stimmen der Ranger gewöhnt und wissen dass sie sich gefahrlos aus ihrer Höhle wagen können.

Sämtliche Laute, aus unserem Auto, wie Ahhh, Ohh, Süüüßß,… blieben natürlich nicht aus. Von den anwesenden Damen, die sich nicht zurückhalten konnten. Aber sie sind ja auch wirklich niedlich anzusehen.

Eine der Giraffen ging eine ganz Zeit lang vor unserem Auto her. Sie hat sich nicht vertreiben lassen. Immer mit der Ruhe, wird sie sich wohl gedacht haben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Giraffen

Der Hals der Giraffen ist außergewöhnlich lang. Wie bei fast allen Säugetieren besteht die Halswirbelsäule gleichwohl aus nur sieben Halswirbeln, die aber stark verlängert sind. Der Hals wird von einer einzigen, sehr starken Sehne in einem Winkel von etwa 55° gehalten. Die Sehne verläuft vom Hinterkopf der Giraffe bis zum Steiß und ist für den „Höcker“ zwischen Hals und Körper verantwortlich. Der Ruhezustand hält Hals und Kopf in der aufrechten Position; um den Kopf nach unten zu bewegen, z.B. zum Trinken, muss die Giraffe Muskelarbeit aufbringen. Die Zunge kann 50 Zentimeter lang werden. Sie ist zum Greifen befähigt und im vorderen Bereich zum Schutz vor Sonnenbrand stark pigmentiert.

Die Big Five/ die großen Fünf der Tierwelt: dazu zählen der Elefant, das Nashorn, der Büffel, der Löwe und der Leopard

Bis auf Leoparden sind alle im Botlierskop-Park vertreten. Die Auswahl gerade dieser fünf Tiere hat nicht überwiegend mit der Körpergröße zu tun. Sie bezog sich vorwiegend  auf die Schwierigkeiten und Gefahren bei der Jagd.

Marcel machte in der Zeit, in der Raphaela ihre Safari genoss, einen Strandspaziergang, den er kannte von einer früheren Südafrikareise diese Tierbegegnungen schon. Er hätte auch nicht viel davon gehabt, da sich die Tiere eher in Sicht- als in Hörweite befanden.

Weiterfahrt in unsere Unterkunft und Abendessen in der Nähe, wo wir auch zu Fuß hin spazieren konnten,

Heute haben wir etwa 400km zurückgelegt. Müde und froh, unser Ziel erreicht zu haben.

Tag 8: Samstag, 14.3.2020

Tagesstrecke ca. 220km

Die Coronavirus-Nachrichten verfolgen uns auch hier. Mal sehen, ob wir überhaupt zurückkommen.

Trotz allem haben wir unser Frühstück in der Selbstversorger-Unterkunft genossen.

Wir waren heute auf einem lokalen Markt, einem Nachbarschaftsmarkt, wo wir uns einen kleinen Snack fürs Mittagessen geholt haben und einen Kaffee und einen frisch gepressten Saft getrunken haben.

Anschließend  haben wir für unser Abendessen, in einem kleinen Fischladen, 2 verschiedene Fischfilets zum Grillen gekauft und sind dann zum „Birds of Eden Park“ gefahren. Dort haben wir einen Rundgang durch die angelegte Vogel-Voliere gemacht. Diese Anlage ist eine Vogelauffangstation für Tiere, die oft aus privaten Haushalten kommen. Die Besitzer konnten oder wollten sich nicht mehr um sie kümmern und brachten sie in die Anlage. Einige dieser Tiere können ein ziemlich hohes Alter erreichen. Das ganze Areal ist mit einem Netz überspannt worden, sodass die Vögel unter einer Art Kuppel frei fliegen können.

Raphaela hatte Besuch von einem weißen Kakadu bekommen, der sich auf ihre Schulter setzte und versuchte, ihr das Haargummi vom Kopf zu klauen. Er wurde wahrscheinlich durch die glänzende Schnalle an ihrem Basecap angezogen. Davor lief er eine ganze Zeit lang hüpfend auf dem Handlauf neben uns her.

Auch die Vogelstimmen, die wir unter der Kuppel gehört haben, waren sehr interessant. Die Vögel sind nicht alle Menschen scheu. Hier konnte Marcel recht gute Audioaufnahmen machen.

https://www.abendsonneafrika.de/suedafrika-reisen/nationalparks/birds-of-eden

Birds of Eden

Das „Birds of Eden“ in Südafrika ist die größte Vogel Freiflugkuppel der Welt. Die gigantische Voliere ist mit einer Größe von ca. 23.000 qm nur ein wenig kleiner als der berühmte Millennium-Dome in London. Über 100 verschiedene Vogelarten gibt es hier und bis zu 3.500 Vögel fliegen frei herum.

Der Park liegt nahe Plettenberg Bay direkt an der Gartenroute in Südafrika und bietet somit zusammen mit dem nahe gelegenen „Monkeyland“ die perfekte Ergänzung für eine Reise in dieser Gegend Südafrikas – egal ob für Familien, Paare oder auch größere Gruppen.

Mit dem Gehege, das den schönen Namen „Birds of Eden“ trägt, übersetzt heißt das so viel wie „Die Vögel des Paradieses“, wollte man eine sichere Umgebung für verschiedene, weltweit vorkommende Vogelarten gestalten, die vorher in Gefangenschaft gelebt haben. Zudem können Privatpersonen, die solche Vögel gehalten oder gesund gepflegt haben, diese im „Birds of Eden“ in die Freiheit entlassen

Im Anschluss daran sind wir in den Tsitsikamma-National-Park gefahren, wo wir einen großen Rundgang gemacht haben. Auf diesem sind uns einige Klipp-Springer und eine hochgiftige Puffotter, begegnet. Sie hat sich aber nicht für uns interessiert.

Der Tsitiskama ist Teil des großen „Garden Route Nationalparks“ und einer der letzten Urwälder in ganz Südafrika.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tsitsikamma-Nationalpark

Der Park mit einer Fläche von 29.838 Hektar wurde 1964 eröffnet und erstreckte sich über fast 100 Kilometer entlang der Küste zwischen Kap St. Francis und Plettenberg Bay. Er umfasste nicht nur den ursprünglichen Urwald an Land, sondern auch einen 5,5 Kilometer breiten Streifen des küstennahen Meeres. Die Vegetation ist dort sehr üppig und vielfältig. Der dichte Wald mit seinen alten, bis zu 40 Meter hohen Bäumen ist einer der letzten Urwälder Südafrikas. Bemerkenswert sind hier vor allem die Yellowwood-Bäume (Breitblättrige Steineibe, Podocarpus latifolius).

Aus den Tsitsikamma-Bergen fließen dank der hohen Niederschlagsmengen von jährlich bis zu 1.200 mm viele Bäche und Flüsse dem Meer zu. Des Weiteren gibt es eine artenreiche Vogelwelt, Affen und kleinere Antilopenarten. Vor der Küste sieht man häufig Delfine und Wale.

Die Stufen, die durch den Park führten, waren aus Plastikplatten. Diese halten der Witterung besser stand und müssen nicht ständig erneuert werden. Auch drei Hängebrücken galt es heute zu überqueren. Das war eine tolle Erfahrung, wenn man weiß, dass tief unter einem die Schlucht und der Storms River sind und man einfach oben drüber spaziert. Da gilt es vor allem bei Wind, sich gut zu konzentrieren. Marcel wurde von Raphaela einfach alleine über die Brücke geschickt.  Natürlich ging Frauke vorne und sie hinten. Es konnte aber auch nichts passieren.

Man fühlte sich beim Überqueren leicht angetrunken, denn die schwankenden Bewegungen waren gut zu spüren.

Einen Teil unseres Abendessens hatten wir uns schon am Morgen auf dem Fischmarkt geholt. Abends haben wir dann gegrillt und den Abend ausklingen lassen. Heute gab es leckeren Fisch, Kartoffeln aus dem Ofen, gebratene Champignons und einen guten Tropfen Rotwein.

Wir beide haben dann noch etwas draußen gesessen, bis es angefangen hat zu regnen, aber nur ganz leicht.

Tag 9: Sonntag, 15.3.2020

Tagesstrecke ca. 100km

Wir genossen heute einen ruhigen, verregneten Vormittag.

Noch sollte unser Flug am Freitag wie geplant möglich sein. Die Angst um dieses Virus ist gigantisch. Auch wir verfolgten mittlerweile die Nachrichten, ahnten aber nicht im Ansatz, welche Auswirkungen es haben würde.

Es ist gerade 9:50 Uhr und hier schüttet es aus vollen Kübeln, so wie wir es von Tropenregen kennen.

Am Nachmittag konnten wir dann noch in der Regenpause einen Strandspaziergang machen. Der indische Ozean, an dem wir uns ja jetzt befanden, war sehr kalt. Trotzdem hat der Spaziergang gut getan. Die eine oder andere Qualle die am Strand gelegen hat, haben wir auch gesehen. Und auch, dass diese gerade von kleinen Muscheln verspeist wurden. Wie das wohl schmeckt?

Am frühen Abend haben wir noch einen kleinen Ausflug in die Lagunenstadt Knysna unternommen. Wir haben uns dort Nachschub an Desinfektionsmittel geholt. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Innenstadt, mit einem kräftigen Regenschauer, haben wir uns ein schönes Restaurant zum Abendessen gesucht.

Tag 10: Montag, 16.3.2020

Tagesstrecke ca. 180km

Fahrt nach Oudtshoorn. Besuch einer Straußenfarm und dann Ankunft in der nächsten Unterkunft in Oudtshoorn.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf die Weiterfahrt. Das Wetter war traumhaft, sonnig und warm.

Unser erster Stopp war in Knysna ein deutsches Geschäft. Frauke wollte dort etwas für sich kaufen und wir schauten einfach mit rein. Wir kauften uns zwei Packungen südafrikanischen Rooibostee. Da Corona in Südafrika noch nicht so richtig angekommen war, gab es auch noch reichlich Toilettenpapier. Wir überlegten schon, ob wir welches mitnehmen sollten, ließen es dann aber sein.

Weiter ging unsere Fahrt dann zu einem schönen Aussichtspunkt von dem Raphaela einen sehr schönen Blick auf den indischen Ozean hatte. Man merkte aber an diesem Tag bereits, dass etwas weniger Menschen unterwegs waren. Südafrika bereitete sich dann doch schon etwas intensiver auf die Coronakrise vor.

Unser nächster Stopp war der Big Tree, ein großer Gelbholzbaum. Dieser Baum gehört zu den einheimischen südafrikanischen Bäumen und ist aber leider nicht mehr so verbreitet und deshalb auch wieder eine Besonderheit. Der Baum ist etwa 34 Meter hoch und die Krone hat einen Umfang von etwa 33 Metern. Das Holz dieses Baumes lässt sich gut verarbeiten und es wurden früher daraus viele Alltagsgegenstände gebaut. Heute stehen diese Bäume unter Naturschutz. Ein Rundwanderweg von etwa einer Stunde Gehzeit führt durch den heimischen südafrikanischen unberührten Wald. Abseits des Weges wird die Natur sich selbst überlassen. Wir genossen diesen Spaziergang sehr.

Nach unserem Waldspaziergang fuhren wir weiter und verließen so langsam die Gardenroute. Über den Outeniqua-Pass ging es in die Halbwüste, die kleine Karoo. Die Umgebung änderte sich sofort drastisch und es wurde spürbar wärmer.

Unser nächstes Ziel war eine Straußenfarm. Auf dieser Farm war ich 2013 schon einmal und es hatte sich sehr viel verändert. Bei meinem ersten Besuch durfte man die Tiere noch anfassen und sich sogar auf einen Strauß setzen. Das ist nun beides nicht mehr möglich und obwohl es damals für mich ein sehr schönes Erlebnis war, ist es besser so.

Da wir noch etwas Zeit bis zu unserer Führung über die Farm hatten, schauten wir uns noch etwas im Shop um. Hier gab es sehr viele Produkte aus Straußenleder, die sehr schön gearbeitet waren. auch die leeren Straußeneier verarbeitet man zu verschiedensten Produkten. Da gibt es z.B. Lampen aus leeren Straußeneiern. Auch die Staubwedel, die ich 2013 mitbrachte gab es noch. Wir kauften aber nichts.

Dann ging auch schon bald unsere Führung los. Wir waren eine kleine Gruppe und fuhren über die Straßenfarm. Unser Guide erklärte uns sehr viel über die Lebensweise der großen Laufvögel. Das habe ich aber alles schon in meinem Reisebericht Südafrika von 2013 näher beschrieben. Es gab aber doch noch eine Neuerung im Gegensatz zu 2013. Am Ende durften wir die Strauße füttern. Man bekam einen Löffel auf dem das Futter lag und hielt es dem Vogel hin. Man merkte so richtig, welche Kraft in den Schnäbeln dieser großen Tiere steckte. Das war ein schönes Erlebnis und auch mir neu.

Dann ging es weiter zu unserem Tagesziel der Thabile Logde. Diese schöne Unterkunft liegt auf einer Farm. Auch hier war ich schon auf meiner Südafrikareise 2013.

Der Blick aus unserer Unterkunft 3A auf der Thabile Logde außerhalb von Oudtshoorn war fantastisch. Die Felsen vor der Hütte ändern die Farbe je nach Tageszeit und das Spiel von Licht und Schatten ist vor allem morgens bei Sonnenaufgang und abends bei Sonnenuntergang wirklich schön.

Wir genossen ein gutes Abendessen. Außer uns waren noch vier andere Reisende aus Deutschland da. Sie hatten ihre Reise auch durch Corona nicht abgebrochen. Man kam an diesem Thema schon nicht mehr vorbei, gerade auch, weil Südafrika schon erste Maßnahmen setzte. Diese Sicherheitsmaßnahmen bedeuteten natürlich leere Gästehäuser und Hotels und keinerlei Einkünfte für die Besitzer.

Tag 11: Dienstag, 17.3.2020

Tagesstrecke ca. 100km

An diesem Tag ließen wir uns mit dem Frühstück etwas mehr Zeit. Frauke sagte uns, dass es in der Nähe eine Zipline und eine Tropfsteinhöhle (Cango Caves) gibt. Beides wollten wir besuchen.

Die Zipline war für uns beide eine ganz neue Erfahrung. Als wir nach kurzer Fahrt dort ankamen, gab es kaum Wartezeit. Mit einem Kleinbus fährt man auf einen Berg und bekommt dort eine Art Geschirr umgehängt. Dann wird man an einem Stahlseil festgemacht und hängt dabei buchstäblich in den Seilen. Dann geht es freihängend mit ziemlicher Geschwindigkeit den Berg hinunter. Auf unserer Strecke gab es eine Zwischenstation. Dort angekommen wurden wir vom Seil abgehängt und gingen einige Meter weiter zum zweiten Punkt, von dem es dann ganz nach unten ging.

Diese Strecke war steiler und dadurch hatte man natürlich auch ein ordentliches Tempo drauf. Der Rückenwind verstärkte das dann auch noch. Wir bekamen ein zusätzliches Seil in das Führungsseil, an dem zwei Schlaufen angebracht waren. Wir sollten uns daran festhalten, was wir auch gemacht haben. Sonst hätte es uns durch den starken Rückenwind zu stark und schnell gedreht, während der Fahrt nach unten. Unten angekommen war es für uns beide ein sehr schönes Erlebnis.

Nach unserer rasanten Fahrt ging es zu einer Tropfsteinhöhle der Cangocave. Auch hier konnten wir kurzfristig eine Führung bekommen. Die Dame, die uns führte sprach ein sehr gutes Deutsch. Sie hatte es einige wenige Jahre in der Schule gelernt und man merkte, dass ihr der Job großen Spaß machte. In der Höhle war es im Gegensatz zu draußen angenehm kühl.

www.cango-caves.co.za

In der Tropfsteinhöhle.

Den Nachmittag verbrachten wir dann am und im Pool. Natürlich schauten wir auch nach, ob unser regulärer Rückflug noch planmäßig ging, denn wir hatten schon von vielen gestrichenen Flügen gehört. Es war aber alles ok. Wir registrierten uns aber dennoch beim Außenministerium, falls wir doch einen außerplanmäßigen Rückflug brauchen sollten.

Tag 12: Mittwoch, 18.3.2020

Tagesstrecke ca. 420km

Fahrt nach Stellenbosch. Das war die längste Fahrt, die wir während der gesamten Strecke hatten. Mit mehreren Zwischenstopps haben wir diese aber, dank Frauke, gut gemeistert.

An einem der Halte, auf dem Rooiberg Weingut, konnten wir beide unsere erste Weinprobe in Südafrika machen. Eine Flasche Red Chair Wein haben wir uns schon mal mitgenommen. Und dort haben wir auch Mittag gegessen.

https://rooiberg.co.za                      

Den haben wir am 29.3.2020 geöffnet und genossen.

Auf dem Weg zur nächsten Unterkunft haben wir noch unsere Schmutzwäsche in eine Wäscherei gebracht, somit mussten wir sie zuhause nicht mehr in die Maschine stecken.

Wir haben eine Nacht auf dem Weingut in Stellenbosch verbracht. Das Abendessen konnten wir vorher telefonisch reservieren. Wir haben uns alle für das Fischmenü entschieden. Dazu gab es leckeren Weißwein, den wir im Zimmer dann noch ausgetrunken haben. Und eine Flasche haben wir uns auch mitgebracht.

Eine Flasche Namysto, Weißwein, Sauvigon blanc. Jahrgang 2017.

Mit dem Gedanken, eine Nacht in den Weinbergen zu verbringen, ist auch dieser Tag zu Ende gegangen. Die Heimfahrt rückte immer näher.

Tag 13: Donnerstag, 19.3.2020

Tagesstrecke ca. 120km nach Kapstadt

Nach einem tollen Frühstück machten wir uns auf den Rückweg nach Kapstadt.

Der erste Zwischenstopp war ein Spaziergang durch die Gartenanlagen von Babylonstoren.

Eine riesige Anlage mit unterschiedlichen Kräutern, Gewürzen und Obst- und Gemüsesorten, die alle hier angebaut werden. Der größte Teil davon wird im dazugehörenden Hotel und Restaurant verwendet. Was nicht auf dem Hof selbst verarbeitet wird, darf gerne gepflückt werden. www.babylonstoren.com

Im Anschluss daran besuchten wir das Weingut Remhoogte. Dort haben wir eine Weinprobe gemacht und auch Wein gekauft. Dieser wird, wenn man es möchte auch verschickt. Aber so viel wollten wir dann doch nicht mitnehmen. 3 Flaschen sollten erst mal reichen. Und die, von den insgesamt 6 Weinen, die uns sonst noch geschmeckt haben, haben wir uns auf einer Liste zumindest mal angekreuzt. Wer weiß, vielleicht kann man sie bald doch wieder bestellen.

Die Flaschen in der linken Box haben wir uns da gekauft.

Für alle Weinfreunde ist hier der link zum Weingut: https://www.remhoogte.co.za/

Außer dem leckeren Wein galt es noch, eine tolle Aussicht über die Weinberge zu genießen. In der Anlage daneben konnte Raphaela sogar Zebras entdecken.

Ein paar Autominuten weiter haben wir auf einem weiteren Weingut, das auch Frauke noch nicht kannte, zu Mittag gegessen.

Das Weingut Morgenhof ist eine wunderschöne Anlage mit alten, einstöckigen Häusern. Wir hätten durchaus noch mal die Möglichkeit gehabt, Weine zu probieren. Aber für heute war es dann doch genug.

Auch hier konnte Raphaela wieder in die Weinberge schauen. Der Anblick, dieses offenen und weiten Landes, hat sie beeindruckt. Während der restlichen Autofahrt hat sie sich ganz viel davon mitgenommen.

Und nun hieß es endgültig Abschied nehmen von diesem wunderbaren Land, der offenen Landschaft, den vielen Eindrücken und einem weiteren unvergesslichen Urlaub.

Der bittere Beigeschmack des Corona-Virus begleitete uns vor allem in der zweiten Woche. Was da noch kommen wird, wussten wir nicht.

 ine Übernachtung hatten wir dann noch im Hotel Verde am Flughafen. Sehr gemütlich, nicht allzu groß aber trotzdem gut gebucht.

Tag 14: Freitag, 20.3.2020

Wir sind mit unserem regulären Flug von Kapstadt nach München geflogen. Beim Körperscan wurden wir zugleich auch auf Temperatur geprüft. Der Weiterflug am selben Abend wurde schon vor Tagen gecancelt. Dafür haben wir aber einen späteren Flug automatisch schon von der Lufthansa bekommen. Nur gut, dass wir überall WLAN hatten, sonst hätten wir das ja vielleicht erst am Flughafen gesehen.

Da wir die Nacht nicht am Flughafen verbringen wollten, wendeten wir uns in München an einen Lufthansa-Service-Schalter. Es waren ganz wenige Menschen hier. Überall Absperrungen.

Eine Übernachtung im Hilton Hotel am Flughafen, in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen, wurde uns von der Lufthansa, inklusive Abendessen-Gutschein und Frühstück, bezahlt.

Unser Gepäck war schon für den Weiterflug weg und so kamen wir ohne Koffer im Hotel an.

In diesem Hotel findet die jeden Sonntag ausgestrahlte Sportsendung Doppelpass statt.

Tag 15: Samstag, 21.3.2020

Mitten in der Nacht klingelte das Telefon in unserem Zimmer. Am anderen Ende wurde uns mitgeteilt, dass es um 8 Uhr in der Früh eine Besprechung für alle hier gestrandeten Österreicher gibt, vom Krisenstab Österreich. Wir wussten gar nicht, worum es genau ging, waren aber trotzdem um 8 Uhr da. Wie sich dann herausstellte, wurde dieses Treffen von einer Dame, die sich auf einer AIDA-Reise befand und die evakuiert wurde, veranlasst. Sie wusste in dem Moment nicht, wie sie weiterkommen sollte. Auf ihrem Schiff gab es 3 Fälle von Corona und alle mussten innerhalb einer halben Stunde alles einpacken und weg vom Schiff.

Uns hat es ja nicht betroffen, denn wir hatten unsere Tickets. Also gingen wir erst einmal frühstücken.

Zur allergrößten Not hätten wir noch die Möglichkeit gehabt, am Sonntag direkt von Kapstadt nach Wien zu fliegen. Dieser Rückholflug wurde vom Außenministerium veranlasst und hätte pro Person 600 Euro gekostet. Aber nachdem bei uns noch alles gepasst hat, haben wir das nicht gemacht.

Der Flughafen in München war gespenstisch leer. Man hat einfach keine Menschen gesehen. Die Geschäfte und Restaurants hatten alle zu.

Der ausgestorbene Flughafen München.

Auch am Gate waren fast keine Leute. Im Flugzeug waren insgesamt etwa 20 Passagiere. Es war ganz komisch.

Zu Mittag landeten wir geplant in Wien. Wir mussten eine Einreisebestätigung ausfüllen mit Adresse, Name, Passnummer,… und somit auch bestätigen, dass wir uns freiwillig 14 Tag in Quarantäne begeben.

Die Kontrollen am Flughafen waren auch nicht wie sonst. 10 Passagiere durften vorerst aussteigen. Wir mussten durch eine Sicherheitskontrolle, bei der wir auch die Bestätigungen abgeben mussten. Dann gab es noch eine kurze Passkontrolle und eine letzten Fiebercheck. Mit unseren Koffern suchten wir im verwaisten Flughafen-Ankunftsgebäude unseren Taxistand und ab ging es nach Hause.

Wir waren die einzigen Fahrgäste für unseren Taxifahrer heute. Er hat uns auf der Fahrt nach Hause alles erzählt, was wir für die nächsten zwei Wochen zu erwarten hatten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.